Das Fass ist übergelaufen! Wie jeden Winter ist auch dieses Jahr der Stuttgarter Verkehrsverbund (VVS) wieder vollkommen von der Kälte überrascht worden. Klar, auf sowas kann man sich ja auch nicht vorbereiten…
 Ich hätte mich auch schon fast damit abgefunden, dass ich letzten Montag statt 45 Minuten Fahrzeit ganze 165 Minuten unterwegs war. Ja, ich hätte sogar noch darüber hinwegesehen können dass sich Bahnsprecher Roland Kortz zu der Aussage verleiten ließ, dass die “Bahn aber wenig anfällig für die winterliche Witterung [sei] als der Straßenverkehr” (Stuttgarter Zeitung vom 12. Dezember 2006, Seite 17). Sowas mag ja hinkommen, wenn man annimmt, dass 95 % der Stuttgarter Personenkraftwagen noch nie einen Winterreifen (geschweige derer 4) aus der Nähe gesehen haben geschweige denn mechanisch damit verbunden waren.
 Dass es zu Verspätungen kommen kann verstehe ich ja. Das ist unangenehm, aber gegen höhere Gewalt ist man machtlos. Aber nachdem ich nun heute wieder für eine halbe Stunde am Stuttgarter Hauptbahnhof festgesessen habe, ohne auch nur eine einzige annähernd informative Durchsage zu hören zu bekommen frage ich mich doch nun ganz klar, wozu ich mir bitte einen sauteueren (über 1.000 € / pro Jahr) auf vier mikrige Zonen beschränkten Verbundpass leiste. Das Preis-Leistungsverhältnis ist katastrophal. Ein Blick über die Landesgrenze in die weiß-blaue “Hauptstadt mit Herz” sei erlaubt. Der Münchner Verkehrsverbund (MVV) bietet zu einem ähnlichen Preis wie der VVS seine Jahreskarte für das Gesamtnetz an. Nur, dass dieses auf die zig-fache Anzahl an Streckenkilometern kommt. Da fahren ausschließlich S-Bahnen vom Typ VT 612 und U-Bahnen vom Typ C – alles moderner als die Rumpelkisten beim VVS. Der Betrieb wird auch nach 12 Uhr Nachts nicht eingestellt. Die Züge verkehren immer noch im Stundentakt. Wieso schafft man sowas nicht auch hierzulande???
 Was macht der VVS denn bitte mit der ganzen Kohle, die da gescheffelt wird? In die Mitarbeiterentwicklung wird scheinbar nichts investiert. Da sitzen vier so arme Würstchen in ihrem Kontrollstand am S-Bahnsteig im Hauptbahnhof und draußen bildet sich eine Traube von Menschen, die immer wütender werden, weil offizielle Informationen quasi nicht existieren. Die vier Bahnangestellten werden immer nervöser und kriegen die Situation natürlich jetzt erst recht nicht in den Griff. Wäre denn ein Stressseminar oder ein De-Eskalationstraining für diese Leute (die mir übrigens durchaus leid tun, weil sie absolut nichts dafür können) so derart zu viel verlangt???
 Ich bin jedenfalls stinksauer und würde sofort zu einem Wettbewerber wechseln… die S-Bahn ist ein unkalkulierbares Terminrisiko und als (sehr gut zahlender) Kunde fühle ich mich behandelt wie der letzte Dreck – ich suche jetzt Gleichgesinnte um mein Ticket feierlich zu verbrennen.